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Das Herz – wenn der Motor "stottert" – Teil 2

Datum: 15.12.2023 Autor: Prof. Dr. rer. nat. Michaela Döll

B-Vitamine zur Senkung des Risikofaktors Homocystein

Die nicht-proteinogene Aminosäure Homocystein gilt als unabhängiger, aber auch additiver kardiovaskulärer Risikofaktor, der sowohl gefäßassoziierte (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Venenthrombosen) als auch neurodegenerative (z. B. Demenzen vom Typ Alzheimer) Erkrankungen begünstigt. Dabei kann ein erhöhter Homocystein-Plasmaspiegel additiv bzw. synergistisch gleichzeitig auftretende KHK-Risikofaktoren (z. B. Hypertonie) verstärken. Homocystein ist ein Zwischenprodukt des transmethylierenden Stoffwechsels und hat, nach dem aktuellen Kenntnisstand, eine Reihe von pathophysiologischen Effekten. So wird für diese Aminosäure eine Oxidation der Low Densitiy Lipoproteine (LDL) diskutiert, die maßgeblich zur Entstehung der sogenannten „Schaumzellen“ in den Blutgefäßen beiträgt. Im Zuge der vermehrten Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) kommt es vermehrt zur Inaktivierung endothelial produzierter Stickoxide, die mit einer Verschlechterung der Durchblutung einhergehen können. Ein erhöhter Homocysteinspiegel trägt somit zu Endotheldysfunktionen und Endothelläsionen bei. Die Aminosäure fördert zudem die Stimulation glatter Muskelzellen, die Aggregation der Thrombozyten und vermindert die Fibrinolyse (verstärkte Bindung von Lipoprotein (a) an Fibrin).

Für das aus dem Intermediärstoffwechsel resultierende Homocystein existieren im Organismus zwei mögliche Abbauwege (Transsulfurierung und Remethylierung). Homocystein kann im Organismus einerseits durch Anlagerung einer Methylgruppe in
Methionin überführt werden oder andererseits zu Cystein abgebaut werden kann. Die Vitamine B6, B12 und Folsäure stellen die essentiellen Cofaktoren dieser enzymkatalysierten Metabolisierung dar, wobei der Folsäure die größte Bedeutung zukommt. Daher ist eine regelmäßige und ausreichende Versorgung mit den genannten B-Vitaminen zur Senkung erhöhter Homocysteinwerte bzw. Erhaltung von Normwerten unabdingbar.

L-Arginin für die Gefäßrelaxation

Für die Gefäßgesunderhaltung spielt weiterhin die endotheliale Produktion an Stickstoffmonoxid (NO) eine erhebliche Rolle. Dieses kann nicht gespeichert werden, sondern wird, bei Bedarf, enzymatisch (via eNO-Synthase), vom Endothel generiert. Das Signalmolekül ist an zahlreichen regulatorischen Vorgängen im Gefäßsystem beteiligt. Es ist von Einfluß auf die Gefäßrelaxation und hemmt u. a. proinflammatorische Prozesse in der Gefäßwand, vermindert die Freisetzung reaktiver Sauerstoffspezies und die Oxidation der LDL. Bei der Atherosklerose und den damit assoziierten Folgeerkrankungen ist die Verfügbarkeit des „EDRF“ („endothelium-derived relaxing factor“) eingeschränkt. Die semiessentielle Aminosäure L-Arginin ist die direkte Vorstufe des NO und eine defizitäre Versorgungslage an L-Arginin kann einer unzureichende NO-Bereitstellung Vorschub leisten. So ist beispielsweise bei einem bestehenden Bluthochdruck die Bioverfügbarkeit von L-Arginin vermindert. Als Intermediärprodukt des Proteinstoffwechsels entsteht im Körper, unter physiologischen Bedingungen, asymmetrisches Dimethylarginin (ADMA). Von diesem ist bekannt, dass es die endotheliale NO-Synthase und damit die Bereitstellung des EDRF hemmt. Erhöhte ADMA-Werte lassen sich bei nahezu allen bestehenden klassischen KHK- Risikofaktoren (z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Rauchen), aber auch bei Hyperhomocysteinämien, Herzinsuffizienz, Präeklampsien und erektiler Dysfunktion nachweisen. Experimentelle und klinische Studien zeigen, dass ADMA einen Mangel an L-Arginin begünstigen und, umgekehrt, die Gabe von L-Arginin - kompensatorisch – den nachteiligen Wirkeffekten von ADMA auf das Gefäßendothel entgegen wirken kann. L-Arginin wirkt darüber hinaus antioxidativ, reduziert die Generierung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und die damit einhergehenden gefäßpathogenen Mechanismen (z. B. Schaumzellbildung) und wirkt somit auch den ROS induzierten Wirksamkeitsverlusten des EDRF entgegen.

Herzgesunde Pflanzenextrakte und dunkle Schokolade

Die rote Beete (Beta vulgaris) und auch der Weißdorn (Crataegus spec.) sind gute Quellen für gefäßschützende, vor allem die Durchblutung fördernde, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe.
Beta vulgaris enthält quartäre Ammoniumverbindungen (Betaine) , die als Methylgruppendonatoren u.a. auch beim Abbau des Intermediärproduktes Homocystein beteiligt sind. Diese Betaine wirken aber auch antioxidativ, antiinflammatorisch und verbessern die endotheliale Stickoxidsynthese. In einer Vielzahl von Studien, die mit Sportlern (u. a. mit Triathleten, Fußballern, Läufern) durchgeführt wurden, zeigte sich, dass die sportliche Performance durch den Konsum von Rote Beete Saft deutlich verbessert werden konnte. Der Weißdorn ist eine Heilpflanze mit langer Tradition im Gesundheitswesen und bekannter kardioprotektiver, positiv inotroper Wirkung, im Zuge derer die Koronararterien besser durchblutet werden. Die Blüten dieses Rosengewächses sind reich an Flavonoiden (Rutin, Catechin, OPC) und Phenolsäuren (z. B. Chlorogensäure, Kaffeesäure), Xanthinderivaten und Aminen. Diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe werden für die Gefäßrelaxation und die verbssserte Durchblutung des Myokards durch Weißdorn verantwortlich gemacht.
Naschkatzen wird diese Nachricht freuen: Schokolade ist gesund, aber nur die dunkle Variante mit einem hohen Kakaoanteil, die gleichzeitig wenig Zucker enthält. Mehr als die Hälfte der Kakaobohnen besteht aus Fett (Kakaobutter), das z. T. für die Herstellung von Schokolade verwendet wird. Weiterhin sind in der Schokolade Stoffe mit anregender Wirkung enthalten: Theobromin wirkt auf das Zentralnervensystem und fördert die Erweiterung der Blutgefäße. Auch Koffein ist in der Kakaobohne vorhanden, allerdings in deutlich geringerer Konzentration als beispielsweise im Kaffee oder Tee. Und schließlich ist – vor allem die dunkle Schokolade – reich an Polyphenolen, die für die positive Wirkung der Kakaobohne auf das Herz-, Kreislaufsystem verantwortlich gemacht werden. In einer spanischen Untersuchung mit Hochrisikopatienten für Herz-, Kreislauferkrankungen untersuchte man den Einfluss von Kakaopulver in Milch aufgelöst im Vergleich zur gleichen Menge an Milch ohne das braune Pulver. Es zeigte sich, dass verschiedene Entzündungswerte, die bei den Studienteilnehmern im Serum untersucht wurden, in der „Kakaopulvergruppe“ reduziert werden konnten. In der reinen „Milchgruppe“ dagegen nicht. In weiteren Untersuchungen konnte man nachweisen, dass dunkle Schokolade (15 Gramm) dabei hilft den Gesamtcholesterinwert zu senken, den (erhöhten) Blutdruck zu verbessern und der Verklumpung des Blutes entgegenwirkt. Diese positiven Wirkungen werden auf die Flavonoide, die in der dunklen Schokolade reichlich vorhanden sind, zurückgeführt.

Pflanzenextrakte sorgen für die richtige Balance der Blutfette

Die mediterrane Ernährung, die durch einen hohen Pflanzenanteil und vor allem auch einen relativ hohen Verbrauch an Olivenöl charakterisiert ist, gilt als besonders gefäßschützend.
Epidemiologische Studien weisen auf einen klaren gefäßprotektiven Wirkeffekt durch eine Oliven(öl)reiche Kost hin. Oliven sind reich an Polyphenolen wie z. B. das gut untersuchte Hydroxytyrosol oder auch Oleuropein, welche u. a. die Fließeigenschaften des Blutes verbessern, einen günstigen Einfluss auf den Fettstoffwechsel haben und sowohl antioxidativ als auch antiinflammatorisch wirken. Im Rahmen tierexperimenteller Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Anwendung eines speziellen Extraktgemischs aus Oliven-, Trauben- und Artischockenpolyphenolen, die auf Oleuropein (Olivenextrakt), Catechine (Traubenextrakt) bzw. Chlorogensäure (Artischockenextrakt) standardisiert waren (Oleactiv.), deutliche Vorteile sowohl für den Fettstoffwechsel als auch die Durchblutung aufzeigen. Nach einer 12-wöchigen Supplementierung zeigte sich eine Verminderung des Cholesterinspiegels um 23%, eine Abnahme des Triglyzeridwertes um 49% und eine Verbesserung der Insulinresistenz (HOMA-IR Index) um 24%. Die atherosklerotischen Plaques gingen unter der Anwendung der Pflanzenextrakte ebenfalls deutlich zurück. Auch die endotheliale Stickoxidsynthese und damit die Durchblutung nahm signifikant zu.
Die Artischocke - Cynara scolymus L.- ist für ihre fettverdauungsfördernde und leberschützende Wirkung bekannt, wofür in erster Linie die in diesem Korbblütler enthaltenen Bitterstoffe, Flavonoide und Caffeoylchinasäurederivate (hier ist vor allem der Wirkstoff Cynarin bekannt) verantwortlich gemacht werden. Eine Reihe von Untersuchungen hat gezeigt, dass diese Inhaltsstoffe den Gallenfluß anregen und zur Senkung erhöhter Blutfettwerte beitragen können.
Eine besonders interessante und bislang eher wenig beachtete Pflanze, im Hinblick auf Dyslipoproteinämien, ist die Bergamottefrucht - Citrus bergamia -, eine Hybridkreuzung aus einer bestimmten Zitronenart (Zitronat-Zitrone) und der Bitterorange. Der immergrüne Strauch, der bis zu fünf Meter hoch werden kann, wächst im Süden Italiens, kommt aber vereinzelt auch in Südamerika vor. Aus den weißen Bergamotte-Blüten, die sich im Frühjahr zeigen, entstehen im Herbst/Winter gelb-grünliche, birnenförmige Früchte von jeweils bis zu 200 Gramm. Diese werden von November bis Februar geerntet. Die grün-gelben Zitrusfrüchte sind reich an Flavonoiden sowie ätherischen Ölen (z. B. Geraniol, Citronellol, Linalool). Auch das bereits erwähnte gefäßprotektive Polyphenol Oleuropein ist hier nachweisbar. Wie im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt wurde, kann durch die Anwendung von Bergamotte-Extrakt der LDL-Cholesterinspiegel deutlich gesenkt werden. Die Wirkung, die man hierbei beobachtet hat, war um so stärker, je höher der Ausgangswert an LDL-Cholesterin lag.

 

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Hier geht es zu unserem ersten Teil der Blog-Reihe :

Teil 1


Literatur (Auswahl)

  • Ardalani H. et al.: The Effect of Cynara scolymus on Blood Pressure and BMI in Hypertensive Patients: A Randomized Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Trial. Complement Med Res. 2020;27(1):40-46. doi: 10.1159/000502280.
  • Cappello AR. Et al.: Bergamot (Citrus bergamia Risso) Flavonoids and Their Potential Benefits in Human Hyperlipidemia and Atherosclerosis: an Overview..Mini Rev Med Chem. 2016;16(8):619-29. doi: 10.2174/1389557515666150709110222.
  • Dobrijević D. et al.: Betaine as Functional ingredient: Metabolism, Health-Promoting Attributes, Food Sources, Applications and Analysis Methods. Molecules 2023 Jun 17;28(12):4824. doi: 10.3390/molecules28124824.
  • Dural İE,. Et al.: The Relationships Between Chocolate Consumption and Endothelial Dysfunction in Patients with Heart Failure. Turk Kardiyol Dern Ars. 2022 Jul;50(5):334-339. doi: 10.5543/tkda.2022.21249.
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  • Jalili C. et al.: Effects of Cynara scolymus L. on glycemic indices: A systematic review and
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  • Jurado-Castro J. et al.: Beetroot Juice Produces Changes in Heart Rate Variability and Reduces Internal Load during Resistance Training in Men: A Randomized Double-Blind Crossover. Nutrients. 2022 Dec 2;14(23):5119. doi: 10.3390/nu14235119.
  • Mannucci C. et al.: Clinical Pharmacology of Citrus bergamia: A Systematic Review.
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  • McCaddon A. et al.: Homocysteine – a retrospective and prospective appraisal. Front Nutr. 2023 Jun 13;10:1179807. doi: 10.3389/fnut.2023.1179807.
    Mone P. et al.: L-Arginine Improves Cognitive Impairment in Hypertensive Frail Older Adults.F ront Cardiovasc Med. 2022 Apr 12;9:868521. doi: 10.3389/fcvm.2022.868521.
  • Shiraseb F,. et al.: Effect of L-Arginine Supplementation on Blood Pressure in Adults: A Systematic Review and Dose-response Meta-analysis of Randomized Clinical Trials. Adv Nutr. 2022 Aug 1;13(4):1226-1242. doi: 10.1093/advances/nmab155.
  • Yang Q. et al.: Association of choline and betaine with the risk of cardiovascular disease and all-cause mortality: Meta-analysis. Eur J Clin Invest 2023 Oct;53(10):e14041. doi: 10.1111/eci.14041

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